Trackbacks unerwünscht

In letzter Zeit bemerke ich einige Probleme mit Trackbacks die von mir gesendet wurden. Ich habe lange gesucht, viele Tipps erhalten wovon einer dann tatsächlich hilfreich war. Trotzdem blieb das Problem mit Trackbacks die scheinbar nicht ankamen. Also habe ich vereinzelt bei den Blog Betreibern nachgefragt und habe meine Logs dazu analysiert. Aber auch empfangene Trackbacks und Pings stellen langsam für mich immer mehr zu einem Problem dar denn diese dienen nur einem schlechtem Zweck. Das Thema dürfte viele Blogger interessieren und ich muss sagen, das sich hier wohl leider wieder ein weiterer Mißbrauch und Linkgeiz in der Blogsphäre entwickelt.

 

Vermisst gemeldet: Trackback

Fast jeder kennt das Problem, man schreibt einen Artikel und verweist auf die Quelle denn das gehört einfach zum guten Ton. Besonders unter Blogger. Irgendwann stellt man fest, das der Trackback scheinbar nicht angekommen ist. Einige Blogger drücken dann wiederholt auf “Aktualisieren der Seite” bis WordPress meldet, das der Blog erfolgreich angepingt wurde. Unter WordPress 2.7 war das ein recht bekanntes Problem. Hier half ein manuelles setzen des Trackbacks im Dashboard. Dazu wurde am Ende der zu verlinkenden URL einfach ein /trackback angefügt und schon kam der Trackback auch wirklich an. Unter WordPress 2.8.4 funktioniert dies ebenfalls und so machte ich regen gebrauch davon (an dieser Stelle ein Danke an Eisy für den Tipp). Dennoch kamen einige Trackbacks nicht an obwohl diese laut WordPress erfolgreich angepingt wurden. Also habe ich bei einigen einfach nachgefragt.

 

Trackbacks unerwünscht

Ich vermutete bei den verschwundenen Trackbacks, das diese eventuell von einem im WordPress installierten Anti Spam Plug-in aussortiert wurden. Zu meinen erstaunen war dies aber bisher nicht der Fall, die gängigen Plug-ins arbeiten da scheinbar alle recht gut. Als Standard Antwort erhielt ich die typische Aussage, das der Trackback wohl unterwegs verloren gegangen sein muss. Schaute ich mir dann den betreffenden Blog genauer an, bemerkte ich, das Trackbacks von anderen Blogs überhaupt nicht vorhanden waren. Das Absurde an einigen Blogs ist, das dort extra unter jedem Artikel die passende Trackback URL angezeigt wird. Ein auswerten meiner Logs ergab dann auch, das Blogs die beispielsweise auf einen eigenen Server oder speziellen Webhost laufen, sehr wohl angepingt wurden und diese auch definitiv erhalten haben. Ich habe drei dieser Blogs dann damit mal konfrontiert und erhielt dann von allen drei ähnliche Antworten. Die Blog Betreiber hatten genug von Trackbacks, da diese sehr oft als schnelle Backlinks missbraucht wurden. Die drei Blogs wollten natürlich in diesem Zusammenhang hier nicht genannt werden und ich habe da auch Verständnis für denn ich kann deren Frust und Ärger teilweise gut nachvollziehen. Ich kenne auch keinen einzigen Blog der damit offen umgeht da dies schnell den eigenen Blog in ein negatives Licht stellen könnte. Vielleicht sollte man dies aber mal überdenken.

 

Missbrauch von Trackbacks

Wie so ein Missbrauch von Trackbacks funktioniert, habe ich leider selber in letzter Zeit erlebt. Beispiel Twitter: Schreibt man einen Tweet mit dem Hashtag #seo oder #affiliate dann erlebt man schnell den Missbrauch von Trackbacks.

So funktioniert das ganze beispielsweise in Twitter: Ein Webmaster verwendet ein Script das die API Schnittstelle von Twitter nutzt um damit bestimmte Hashtags auszulesen. Vorzugsweise zu seinem Blog relevante Themen oder auch typische Traffic Themen. Das Script liest also diesen Tweet aus und wandelt die darin enthaltene Short URL (TinyURL, bit.ly usw.) wieder in die ursprüngliche lange URL um. Dies scheint wohl kein Problem zu sein und hätte ich auch so nicht erwartet. Der Inhalt vom Tweet, inklusive der nun wieder umgewandelten langen URL, wird automatisch als Beitrag im Blog gespeichert und veröffentlicht. Die umgewandelte lange URL wird dann als Trackback zu Eurem Blog gesendet. Es wird also Euer eigener Content vom Tweet oder Artikel benutzt um damit von Euch einen Backlink oder Traffic zu erhalten. Das ist Linkaufbau auf billigstem Niveau. Genau solche Trackbacks lösche ich auch und Ihr solltet dies unbedingt ebenfalls in Betracht ziehen. Dieser Art von “Backlink Generierung” verbreitet sich zusehends und wird wieder einmal gerne von einigen SEOs verwendet.

 

Ich habe selber mit einigen meiner Tweets diese Erfahrung machen müssen und es ist ziemlich offensichtlich, das Twitter für solche Aktionen wohl eine geeignete Plattform darstellt. Allerdings kann es auch keine Lösung von den Blogs sein, sämtliche Ping und Trackbacks einfach zu ignorieren denn das ist schlicht nicht fair gegenüber den anderen Blogs. Außerdem wird ein falsch zu interpretierendes Desinteresse an Blogs signalisiert, was zur Folge haben kann, das es wieder zu weniger Quellen Angaben in den Artikeln führt. Hier hilft zur Zeit eigentlich nur manuelles aussortieren und eine eigene Blacklist anzulegen oder auf Hashtags in dem eigenen Tweet zu verzichten.

5 Kommentare zu „Trackbacks unerwünscht“

  • eisy:

    Am frühen Morgen bringst du so einen Artikel? :-) Da bin ich auf den Verlauf gespannt.

    Klar bleibe auch ich nicht verschont von diesem SPAM der derzeit über topsy.com etc. verschickt wird. Täglich landen Trackbacks dieser Spam-Schleudern in meinem Wordpress, aber wozu gibt es die Blacklist in Wordpress schon seit Jahren, wenn man sie nicht nutzt? Ich beispielsweise habe nie Probleme mit normalen Spam, da bestimmte Begriffe auf meiner internen Blacklist von Wordpress stehen. Da brauche ich auch keine Anti-Spam-Plugins wie Akismet, da diese überflüssig sind. :-)

    Mit einem Trackback ist es immer so eine Sache. Ich lasse Trackbacks und Pingbacks sehr gerne zu, jedoch schaue ich stets vorher die Quelle an. Ist in dem Artikel kein Link, sondern nur ein Trackback aus dem Background, so lösche ich den Trackback. Denn ausnutzen lassen muss sich kein Blogger von anderen Bloggern. Wo ich auch generell keine Trackbacks zulasse sind Blogbeiträge die nur meinen ersten Absatz kopiert haben und dann „Weiterlesen“ mit meinem Blog verlinken. Solche Blogs kann ich dann auch selbst starten, da brauche ich keine Dritten.

    Trackbacks zu moderieren macht übrigens nachhaltig noch Sinn. Blogger merken es ja wenn Trackbacks freigeschaltet werden. Dies führt dazu, in Zukunft gern von diesen Blogs verlinkt zu werden, da sie stets mit einer angemessenen Gegenleistung rechnen können. Ich empfehle daher jedem Blogger sich die Mühe zu machen die Trackbacks zu moderieren, denn einfach in die Tonne ist keine Lösung. Manchmal kommt es mir übrigens so vor als würden vorzugsweise kleine Blogs die Trackbacks löschen. Angst etwas zu verlieren? Angst vor einem externen Link? Ich weiß es nicht, aber so kann man auch nichts „nehmen“, wenn man nicht bereit ist etwas zu „geben“.

    Fertig :-)

    eisy

  • Moin eisy,

    ich verfahre mit den Track- und Pingsbacks genauso wie Du. Nur scheinbar erhalten andere Blogs etwas mehr von dieser Art Spam und da kann ich mir schon vorstellen, das das moderieren auf Dauer evtl. etwas nervend wird. Sieht man ja gut an dem atuellen SEO Gewinnspiel ;)
    Letztendlich umgeht man aber nur das Problem, wirklich gelöst ist es damit ja nicht.

    Hier ist, meiner Meinung nach, Twitter gefragt denn die stellen Ihre API jedem unkontrolliert zur Verfügung. Erst kürzlich gab es da schon mit diesem playmobsterworld ziemliche Probleme und mit diesem Trackback Script kann das auch schnell in größere Dimensionen ausarten. Twitter ist da wohl recht anfällig für Missbrauch.
    Die Probleme letztendlich auf die Blogs abzuwälzen ist der falsche Ansatz. So etwas löst man nur, wenn man an der Quelle richtig ansetzt und nicht am unteren Ende.

    Ob kleine Blogs eher Tackbacks löschen ist schwer zu sagen. Ich habe aber festgestellt, sobald Geld mit dem Blog verdient wird (oder soll), reagieren die Betreiber oft recht sensibel wenn es um das “nehmen” und “geben” geht.

    Gruß,
    Andreas

    PS: Warum verzichtest Du eigentlich auf deine Blog URL?

  • eisy:

    Ich schreibe schon seit Monaten nur noch selten meine URL in Kommentarfelder rein und wo mein Blog in einer Blogroll ist verzichte ich sowieso darauf, denn was soll mir das bringen? :-) Muss ja nicht zusätzlich externe Links in Beiträgen generieren die gar nicht notwendig sind.

  • Also ganz so einfach ist das mit den Trackbacks nicht. Ich nutze nicht Wordpress, sondern eforia. Da habe ich einen Button zum schicken der Trackbacks und bekomme auch die Rückmeldung des Servers angezeigt. Da gibt es tatsächlich oft Probleme. Wer sich aber da schon mal direkt damit befasst hat, den wundert das auch nicht. Hält man sich an den eigentlichen Standard der XML-RPC wird nie ein Trackback ankommen. In der Praxis schickt man also etwas krüppelige XML-Daten, die man von Wordpress abgeguckt hat. Das geht dann meistens. Zuverlässig ist die Technik einfach nicht.

    Was den Trackback Eingang angeht, habe ich meine Blogs grundsätzlich so eingestellt, dass Trackbacks ohne Link nicht angenommen werden. Das sind locker 1000 Spam-Trackbacks pro Tag, die so ausgefiltert werden.

    Wobei ich trotzdem noch zustimme. Es gibt tatsächlich einige Blogs, bei denen man den Verdacht haben könnte, die machen das mit Absicht. Allerdings kenne ich auch solche, bei denen ich sicher bin, dass sie gerne Trackbacks annehmen würden, diese aber nicht zuverlässig funktionieren. Bei Miet-Blog-Systemen scheint das öfter vorzukommen.

  • Hallo Horst,
    eforia kenne ich bisher nicht. Bei WordPress funktioniert das Anhängen von /trackback and die zu anzupingende Blog URL sehr gut. Da kommt dann auch alles an.
    1000 Spam-Trackbacks pro Tag ist schon wirklich hart. Weißt Du wie die Zustande kommen? Ebenfalls automatisch generiert via Twitter?

    Gruß,
    Andreas